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Die Kleidung - Das Traditionsgespann



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Von Anfang an hat sich die AFA dafür entschieden, dass die Fahrzeuge und das Geschirr den Verhältnissen des 19. Jahrhunderts entsprechen. Die Kleidung sollte die Mode des 21. Jahrhunderts sein. Das heißt, dass Fahrer und seine Gäste nicht in historischen Kostümen, sondern elegant und nach heutiger Mode gekleidet sind, aber fein abgestimmt je nach sportlichem oder städtischem Charakter des Fahrzeugs. Kutscher und Groom tragen traditionelle Livreen.

Die Regeln gelten gleichermaßen für Ponys, Sportpferde, Kaltblüter oder Esel.

Eine Ausnahme bilden regionale Anspannungen, deren Insassen nach der regionalen Tradition gekleidet sind, zum Beispiel aus dem Elsass oder der Bretagne.

Weibliche und männliche Herrenfahrer

Sie sollten sich angemessen und farblich zum Fahrzeug passend kleiden. Weibliche Fahrer sollten zu enge und zu lange Kleider vermeiden, die zum Auf- und Absteigen vom Wagen nicht praktisch sind. Auch hochhackige Schuhe verbieten sich schon aus Vernunftgründen.

Es ist Sitte, dass Herrenfahrer, die eine städtische Anspannung fahren, Phaeton, Break oder Dogcart, einen dunklen oder grauen Anzug tragen mit Kragen und einer dezenten Krawatte. Damen sollten ein passendes Kostüm mit Rock oder Hose tragen.

Bei einer Landanspannung wie Ralli Cart, Meadowbrook Cart, Market Cart etc. ist Tweed oder Sportsakko kombiniert mit verschiedenen möglichen Hosen das Richtige, bei Damen bequemer schicker Country Look.

Gewisse Accessoirs sind jedoch sowohl für Damen als auch für Herren unverzichtbar wie Hut, Handschuhe, Bockschürze, Peitsche etc.

Hüte

Passend sind weicher Hut oder Bowler (vulgo steifer Hut), schwarz für städtische, braun für Landanspannung, ebenso wie bei Sonne Panamahut oder Boater (vulgo Kreissäge).

Der Zylinder, ob schwarz oder Grau, passt zu höher im Rang stehenden Fahrzeugen wie Roof-Seat-Breaks, Road Coaches, Drags etc. Der Zylinder ist nicht zu empfehlen, wenn man Ponys oder Einspänner fährt und er passt nicht zur Brustblatt-Anspannung. Der Bowler verträgt sich eigentlich mit allen Anspannungen, während eine jagdliche Kopfbedeckung nur zusammen mit jagdlicher Kleidung zum Dogcart oder Jagdwagen passt.

Sowohl weibliche wie männliche Herrenfahrer sollten naturfarbene Handschuhe tragen.

Es gehört sich, dass der Fahrer eine Bockschürze oder –decke anlegt, die umgeschnallt wird und etwa zwanzig Zentimeter über den Schuhen endet und aus einem Stoff gemacht ist, der zum Wagen passt. Passagieren sollte eine Decke zur Verfügung gestellt werden. Bei Landanspannung kann sie kariert oder in Schottenmuster ausgeführt sein und soll farblich zum Wagen passen. Im Sommer genügt eine Schürze, die gerade die Knie bedeckt.

Die Peitsche ist immer gleich, egal ob man ein oder zwei Pferde oder Ponys fährt. Sie muss nur lange genug sein, um die Schultern der Pferde erreichen zu können. Heutzutage haben viele Peitschen ein metallenes Handstück, das mit Leder überzogen ist, was früher nicht so war. Eine traditionelle Dornstock-Peitsche wird mit einem Bogen aus Gänsekiel und weißem geflochtenem Lederschlag hergestellt mit einer kurzen Schnur-Spitze.

Bei einer ungarischen Peitsche ist der lederne Schlag mit einer Schlaufe am Stock befestigt. Sie wird nur zur ungarischen Anspannung benützt.

Die englische Dornstock-Peitsche ist die eleganteste und wird für Ein-, Zweispänner und Viererzüge benuzt.

Wenn sie für Viererzüge benützt wird, muss man wirklich mit ihr umgehen können.

Bei Wettbewerben für traditionelle Anspannungen sind Teleskoppeitschen nicht zugelassen.

Passagiere und Grooms

Der Groom ist fester Bestandteil der Anspannung. Wegen der sozialen Einordnung der Grooms gibt es oft Diskussionen. Es ist eine historische Bezeichnung und hat eine lange Geschichte wie die des Kutschers und sogar des Herrenfahrers. Bei heutigen Wettbewerben übernimmt oft ein Freund oder Verwandter die Rolle des Grooms. Einen Gast kann man allerdings nicht so ohne weiteres in die Rolle eines Grooms zwängen. Oft übernimmt aber ein Gast die Aufgabe des Grooms und muss daher passen gekleidet sein. Wenn Damen diese Aufgabe übernehmen, sollten sie keinesfalls hochhackige Schuhe und lange Röcke tragen, da sie ja eventuell schnell absteigen müssen, um ein Pferd zu halten etc., denn Sicherheit hat höchste Priorität.

In jedem fall sollten sie aber Lederhandschuhe, Hut und Knie decke tragen.

Bei einer Landanspannung kann der Groom Reitkleidung tragen. Bei Wagen der höchsten Kategorie wie Breaks und Coaches ist die traditionelle englische Livree verbindlich. Das gleiche gilt für Anspannungen von Adelshäusern.

Gromm und Kutscher

Heutzutage fährt der Besitzer der Pferde oft selbst und seit dem 19. Jahrhundert haben die Franzosen den englischen Stil übernommen und fahren mit Kumtanspannung. Das ist die klassische Anspannung für Landauer, Brougham, Victoria etc.

Die englische Livree ist schwarz oder in den Familienfarben gehalten. Sie hat fünf, vier zwei oder gar keine Knöpfe am Ärmel und vier (beim ersten Kutscher, der die Pferde übernimmt) oder sechs Knöpfe (beim Groom) an den Schößen der Livree.

Wenn ein Viererzug steht, steht der erste Kutscher rechts bei den Stangenpferden, der Groom bei den Köpfen der Vorderpferde. Kutscher und Grooms tragen hirschlederne Reithosen in gelblichem oder weißem Ton. Die Hosen haben keinen Reitbesatz. Beide tragen schwarze Stiefel mit braunen Stulpen, ein Plastron und naturfarbene Lederhandschuhe und schwarze Seidenzylinder. Kokarden am Zylinder tragen nur die Bediensteten von Diplomaten, Adeligen etc.

Passagiere

Passagiere tragen gewöhnlich zur Anspannung passende Kleidung, die eher nicht zu extravagant sein sollte.

Uniformen

Uniformen werden nur vom Militär, paramilitärischen Organisationen und Gestütspersonal getragen.

Gruß

Herrenfahrer grüßen durch lüften des Hutes mit der Rechten, wobei sie die Peitsche der Linken übergeben. Damen halten die Leinen und die Peitsche in der Linken und senken ihren rechten Arm oder nicken mit dem Kopf.

Berufliche Kutscher grüßen dadurch, dass sie die Peitsche senkrecht vor den Körper halten. Grooms grüßen grundsätzlich nicht.

Bei offiziellen Zeremonien und wenn zur Siegerehrung die Nationalhymnen gespielt werden, stehen die Gespanne ruhig. Alle (männlichen) Fahrer ziehen den Hut. Die Grooms nicht. Sie müssen sich auf die Pferde konzentrieren.